
16
Prüfpunkte
4
Phasen
Das Wichtigste in Kürze
Verkaufsprozesse haben weniger Touchpoints als Vermietung, dafür höhere Pflichten. Wer hier Standardisierung verschärft, gewinnt bei Geschwindigkeit und Audit-Sicherheit gleichzeitig.
Beim Verkauf treffen zwei oft unauffällige Risiken aufeinander: lange Reaktionszeiten und unsaubere Compliance. Beides kostet Provision, das eine durch entgangene Abschlüsse, das andere durch Bußgelder nach DSGVO und GwG.
Ihr Ergebnis
Unter 12 von 16 Punkten: Ihr Verkaufsprozess läuft überwiegend auf Personenkenntnis, nicht auf Struktur.
A, Erstkontakt & Reaktion
Wer Käufer in den ersten Stunden verliert, gewinnt sie selten zurück.
Anfragen werden innerhalb von 4 Stunden, spätestens am nächsten Werktag, beantwortet.
Jede Anfrage läuft in einem zentralen System auf, nicht in persönlichen Postfächern.
Standardantworten sind hinterlegt und werden ohne Weiterleitungsfehler verschickt (keine sichtbaren Drittadressen).
Eine erste Qualifizierung (Eigennutzung vs. Kapitalanlage, Finanzierung, Zeithorizont) findet bereits beim Erstkontakt statt.
B, Qualifizierung & Pipeline
Eine Pipeline ist nur so viel wert wie ihre Aktualität.
Jeder Interessent hat einen klar definierten Status (neu, qualifiziert, Besichtigung, Angebot, Reservierung, abgelehnt).
Die Pipeline wird mindestens wöchentlich gepflegt, alte Vorgänge werden aktiv geschlossen.
Finanzierungsbestätigung wird vor verbindlichen Zusagen vorgelegt, Sie verkaufen nicht an die erste Begeisterung.
Conversion-Raten je Stufe (Anfrage → Besichtigung → Angebot → Notar) sind auswertbar.
C, Datenschutz & GwG-Konformität
Beim Verkauf gilt zusätzlich das Geldwäschegesetz, das wird oft übersehen.
Sie erheben vor der Kaufabsichtserklärung nur die minimal notwendigen Daten (Name, Kontakt, Eigennutzung/Anlage).
Identitätsprüfung nach § 11 GwG (Ausweis, wirtschaftlich Berechtigter) erfolgt spätestens beim Maklervertrag bzw. vor Notartermin.
Anti-PEP-/Sanktions-Screening ist als Schritt im Prozess verankert, nicht ad-hoc.
Löschfristen für nicht zum Zug gekommene Interessenten sind dokumentiert und automatisiert.
D, Abschluss & Übergabe
Der Verkauf ist nicht der Notartermin, er endet bei der Schlüssel-ausgabe.
Reservierungs-/Vorvertragsdokumente werden digital signiert (qualifizierte oder fortgeschrittene elektronische Signatur).
Notarvorbereitung erfolgt aus dem System heraus, keine doppelte Datenerfassung.
Übergabeprotokoll inkl. Zählerständen ist digital und sofort an alle Parteien verteilt.
Eigentümer erhält Exposé und Bewerber als Freigabeanfrage und gibt sie digital frei, ohne dass er anrufen muss.
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